Personalführung in Thailand
Die Personalführung bereitet einem Geschäftsgründer zum Beginn in der Regel die meissten Probleme. Es ist wichtig, vom Anfang an einen höflichen und leicht distanzierten Umgang zu wahren. Das fällt nicht leicht, da die Thais sehr jung wirken und teilweise verspielt erscheinen.
Thais sind von klein auf in einer strengen Familienhirachie aufgewachsen. Nur so können innerhalb einer grossen Familie, wo drei oder vier Generationen mit bis zu zwanzig Personen unter einem Dach leben, Umgangsformen und Respekt durchgesetzt werden.
Thais erleben eine andere Kindheit als deutsche Kinder. Hier beginnt die Schule im drittem Lebensjahr. Der tägliche Unterricht dauert von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr. Danach haben die Kinder noch Hausaufgaben zu erledigen. Da es in Thailand gegen 18.30 Uhr dunkel wird, es ein Rumtollen im Freien am Abend nicht mehr möglich. Die Abendgestaltung besteht dann meisst aus fernsehen. Daher fehlt den Thais die für die körperliche und geistige Entwicklung sehr wichtige Spielphase. Der Umgang mit den Lehrern beruht auf absolutem Respekt. Es ist noch nicht lange her, dass die Prügelstrafe in den Schulen abgeschafft wurde. Es gab Lehrer, welche darauf bestanden, dass der Schüler den Weg zum Lehrer auf den Knien zurücklegte. Auf der anderen Seite lernen in vielen Schulen mehr als 60 Kinder in einer Schulklasse und die erforderliche Disziplin liess sich nur mit strengen Regeln durchsetzen.
Es ist sehr wichtig, dass der Boss einer Firma auch als Boss auftritt. Leider können Thais mit einem in Deutschland gewohntem Betriebsklima nicht umgehen. Die meissten Probleme entstehen, wenn man zu sehr privatisiert und gemeinsam ausgeht. Dann können die Thais am nächsten Morgen nicht mehr nachvollziehen, wer nun eigentlich der Chef ist. Der Respekt ist dann nicht mehr der Selbe. Bei traditionellen Betriebsfeiern sitzt der Chef am Kopfende eines langen Tisches und die Angestellten mit den höchsten Positionen sitzen neben ihm.
Ein Teamwork ist leider kaum durchzusetzen, da jeder darauf bedacht ist, seine erkämpfte Position zu halten und auszubauen. Die Gesellschaftsstruktur beruht wie gesagt auf Status und Respekt und den erhält man nur wenn man mehr Geld hat oder eine höhere Position besitzt.
Thais sind unglücklich und fühlen sich vereinsamt, wenn sie allein arbeiten müssen. Es ist deshalb besser, zwei oder mehrere Personen in einem Raum arbeiten zu lassen. Die Löhne sind zwar gering jedoch ist die Effektivität nicht sehr gross, sodas man davon ausgehen kann, dass für die gleiche Arbeitsleistung einer deutschen Fachkraft vier bis fünf Thais benötigt werden.