Arbeiten in Thailand
Die Change einen Arbeitsplatz in Thailand, und damit eine Arbeitsgenehmung plus das damit verbundene Jahresvisum zu bekommen, ist sehr gering. Ein Arbeitsgeber muss dem Arbeitsamt plausibel erklären können, warum er für einen bestimmten Arbeitsplatz einen Ausländer einstellen muss. Ausserdem existiert eine Quotenregelung, nach der je beschäftigten Ausländer vier Thais beschäftigt sein müssen. Thailand hat Bedenken, das die Ausländer den Thais die Arbeitsplätze wegnehmen.
Eine Arbeitsgenehmigung in Thailand ist mit einer bestimmten Firma, einem bestimmten Arbeitsort und einem festen Aufgabenbereich verbunden. In der Regel handelt es sich um Aufgaben, welche ein Thai nicht erfüllen kann. Gibt man diesen Arbeitsplatz auf, erlischt die Arbeitsgenehmigung und ebenfalls das damit verbundene Visum.
Es gibt keine "freie" Arbeitsgenehmigung, mit der man sich irgendwo einen Job suchen kann.
Ich habe selbst für einige Firmen in Thailand gearbeitet und musste feststellen, das es für Europäer sehr schwierig ist, sich in einer asiatischen Firmenhierachie einzuordnen. Es gibt in der Realität kein Teamdenken. Spitzenpositionen werden in der Regel nicht nach Fähigkeiten vergeben, sondern nach Familienzugehörigkeit oder Beziehungen.
Blut ist dicker als Wasser – dieser Spruch trifft besonders in Thailand zu.
Ein Neffe eines Firmenchefs wird für eine Führungsposition allemal einem besser qualifizierten Ausländer vorgezogen. Erstens, wird Dieser sich immer bedingungslos der Familienhierachie unterordnen und Zweitens, ist man mit seinem asiatischen Denken vertraut und diese Person ist dadurch berechenbar. Die Entscheidung eines Firmenchefs ist unantastbar. Auch wenn wir wissen, dass sie falsch ist. Es ist unglaublich schwierig eine solche Fehlentscheidung zu ändern. Man braucht sehr viel Fingerspitzengefühl und eine grosse Vertrautheit mit der asiatischen Denkweise, um sich in einer traditionell geführten Firma zu behaupten.
Weiterhin sind die Arbeitsbedingen eher schlecht. Es wird in Thailand 6 Tage in der Woche gearbeitet und ein geregelter Feierabend ist eher selten. Thais lieben Meetings! Da wird dann nach Arbeitschluss stundenlang beieinander gesessen und um Nichts diskutiert. Selbsverständlich müssen Sie daran teilnehmen. Auch wenn 80 Prozent der Zeit Thai gesprochen wird und Sie nichts verstehen. Firmen, welche Güter produzieren und exportieren, schaffen es immer wieder, durch Fehlentscheidungen ihre Liefertermine zu versäumen. Dann werden in letzter Minute 18 – 20 Stunden pro Tag gearbeitet und arbeitsfreie Sonntage gestrichen. Daher ist es kaum möglich seine eigene Freizeit zu planen. Geplante Kurztrips am Wochenende mussten von mir immer wieder verlegt werden. Das kann dann sehr frustrierend sein. Vor allem wenn man eine Familie hat. Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel, vor allem wenn man solche Fachkenntnisse hat, das man sich leisten kann auch mal nein zu sagen.
Wenn möglich, sollten Sie sich in Thailand selbstständig und damit unabhängig machen.